Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Basic-Aktion und wie ich sie sehe ..

Jetzt haben wir schon so viele tolle Basic-Beiträge gesehen und mir schwant, ich bin mal wieder die letzte im Bunde. Aber wie man so schön sagt, last but not least hier nun meine Gedanken zur Basic-Aktion.




Als ich vor einem Jahr mit dem Weihnachtskleid-Sew-Along so richtig in die Me-Made-Phase eintauchte, machte ich mir keine großen Gedanken, ob meine Me-Made-Pläne in irgendeinerweise kompatibel mit meinem Kleiderschrank sein könnten. Schließlich befand ich mich in der Experimentierphase und nähte einfach alles, was mir so über den Weg lief. Und wie viel und wie unstrukturiert das sein kann, weiß jeder, der sich schon mal auf anderen Blogs hat inspirieren lassen. Das beste Beispiel ist das Wickelshirt, dem ich beim Anblick von Ledias Version einfach nicht widerstehen konnte:

Ledias Version / meine Version


 So entstanden jede Menge verschiedenster Shirts, Röcke und ein paar Kleider. Alles Herzensprojekte, die ich mit Stolz trage, die mich aber langsam vor eine große Herausforderung stellen, da sie sich außerordentlich schlecht mit meiner anderen Kleidung kombinieren lässt. Natürlich passen die Shirts immer zu einer Jeans und eine Strickjacke finde ich meistens auch noch dazu, aber geradeeben reicht mir das nicht mehr.

Meine Garderobe selbst nähen zu können, hat mich meinen Kleiderschrank mit anderen Augen sehen lassen. Ich gehe nicht mehr wahllos einkaufen, sondern überlege genau, welcher Schnitt mir gefallen könnte und welchen Stoff ich dazu wähle. Schließlich ist es weitaus aufwändiger, die Kleidung selbst zu nähen und natürlich sehr viel enttäuschender, wenn dann das Endergebnis dann so gar nicht passen will. Es entsteht also allmählich eine gewisse Struktur, wohin ich mich mit meinem Kleiderschrank entwickeln will. Zeit, sich mit der Struktur ausführlicher auseinanderzusetzen.

Ganz oben auf der Liste steht die Frage, ob ich noch immer das Ziel verfolge, alle meine Sachen selbst zu nähen.
Trotz des ganzen Chaos' in letzter Zeit, ist dieser Gedanke noch immer sehr verlockend und lässt mich nicht so richtig los. Ich denke, auch wenn Zeit gerade Mangelware ist und meine Garderobe in Zukunft wohl dadurch etwas weniger üppig ausfallen wird, es lohnt sich für mich, diesen Gedanken weiterzuverfolgen. Es reizt mich zu sehr, bewusster mit dem Kleidungswahl umzugehen und selbst zu entscheiden, wie ein Shirt aussehen soll. Es passiert fast immer während des Nähens, dass mir noch zusätzliche Details einfallen, die ich dann in das Kleidungsstück mit einarbeite. Naja, obwohl, manchmal passiert das auch, wenn man die Nähanleitung erst am Ende so richtig versteht *lach*

Aber egal wie, wenn ich weiterhin so viel für mich nähen mag, dann sind die die Gedanken zu eine Basic-Ausstattung unumgänglich.

Was bedeutet für mich "Basic-Ausstattung"?
Eine Basic-Ausstattung ist für mich eine Auswahl von Ober- und Unterteilen, die sich untereinander kombinieren lassen. D.h. zu einem selbst genähten Kleidungsstück sollte es die ergänzenden Kleidungsstücke schon im Schrank geben oder mit in die Nähpläne aufgenommen werden. Ganz wichtig dabeit ist, dass man sich der Stilrichtung des Kleidungsstücks bewusst wird und man nicht vielleicht in eine Stilrichtung abdriftet, die es so im Schrank noch gar nicht gibt.

Ich fand z.B. den kleinen Abstecher in Richtung stark gemusterter Stoffe mit dem Ameland-Kleid gar nicht so verkehrt, weiß aber heute, dass das nicht mein Stil ist. Dementsprechend trostlos hängt es nun in meinem Schrank und wurde nur wenig getragen.


Besonders hilfreich fand ich dazu die Aktion von Immi und zwei Bloggerinnen, die das "Sewing with a plan" ins Leben riefen. Ich stolperte vor ein paar Wochen darüber und entwarf gleich eine Liste an Kleidungsstücken, die ich geplant und kombinierbar bis zum März 2013 nähen möchte:




Ein erster Anfang ist also getan..

Jetzt geht es an die Umsetzung!
Ein wichtiger Bestandteil wird für mich mein selbst konstruierter Shirt-Schnitt sein. Anhand dessen werde ich verschiedene Modelle ausprobieren und am Ende hoffentlich erfolgreich bei meinem derzeitigen Favoriten landen:


Vielleicht eine tolle Wohlfühl-Tunika, die es bald in verschiedenen Varianten in meinem Kleiderschrank geben wird.

Für die geplanten Röcke werde ich mich weiterhin an A-förmigen Schnitten mit breiten Bund (wie bei Amy) orientieren. Wenn ich ein paar schöne Basic-Modelle genäht habe, werde ich mich auch wieder an andere Schnitte wagen.

Die Hosenpläne werde ich wohl erst einmal verschieben .. Da muss ich mir leider eingestehen, dass die Zeit und wohl auch die Muse gerade nicht ausreicht.

Ich freue mich aber besonders auf die Fertigstellung meines Blazers, der sowohl sportlich als auch elegant getragen werden kann und hoffentlich ganz viele meine Me-Made-Outfits abrundet.


Und sonst? Tja, sonst gibt es keine Pläne. Außer, nicht mehr wahllos zu nähen, sondern immer mit vorherigem kritischen Blick in den Kleiderschrank. Qualität statt Quantität, wie so oft im Leben!


Liebe Tessa, hab vielen Dank für die Initialzündung und Dir, liebe Catrin, für all die Energie und die großartigen Ideen zur Umsetzung dieser Aktion. Und natürlich nochmals ein großes Dankeschön an all die Teilnehmerinnen, die sich so viel Mühe mit ihren Beiträgen gegeben haben. So inspirierend fand ich selten eine Aktion in der Bloggerwelt.

Klickt Euch doch mal rüber zu:

Kommentare :

  1. Ein sehr schöner Beitrag, vielen DAnk. Ich denke, wir haben durch Eure Aktion alle einen etwas anderen Einblick in unseren Schrank und damit auch in uns gewonnen. Ich fand es sehr inspirierend.
    Besonders inspirierend fand ich, nochmal das Amelandkleid bei dir zu sehen, weil eben dieser Schnitt (ist ja der Baumwollschnitt zu meinem vorgestellten gepunkteten Vlieland-Kleid) auch heir bei mir auf dem Tisch liegt... Aber zuerst ist der grüne Cordrock dran.

    Ich freu mich schon drauf, deinen Kleiderschrank weiter mit im Auge halten zu dürfen.
    Viel Erfolg.
    Alles Liebe
    Die Pitti

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  2. Erstmal vorneweg: Ich bewundere dich und deine Energie! :.)
    Mit Arbeit, Kind und Hausbau ein solches Nähvorhaben durchzuziehen, ist wirklich beneidenswert.

    Mir selbst fehlt ganz ohne große Umbauaktionen oft die Muse mich abends an die Maschine zu setzen. Ich gebe es zu. Ich bin faul. Durch Bloggerinnen wie dich werde ich immer daran erinnert und digital in den Hintern getreten. Gut so!

    Abgesehen davon mag ich deinen Stil sehr gerne. Reduziert, aber immer mit dem gewissen Etwas. Und so schön dezent elegant, ohne das Augenmerk auf die Praktikabilität zu verlieren. In »meinen« Farben würde ich deinen Kleiderschrank am liebsten wegklauen ;.)

    Danke für deine wundervollen Gedanken zum Thema, und viel Erfolg beim Umsetzen deiner Plan-Garderobe! :.)

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    1. Digital in den Hintern getreten, Pedilu, Du bist ja der Knaller. Liebsten Dank für diese Formulierung!

      Und Dir, liebe Sindy, liebsten Dank für diesen schönen Beitrag, der die ganze Aktion nun abrundet. Besonders klasse - das hatte ich bereits gesagt - finde ich Deine "SWAP"-Pläne. Solche Zeichnungen sollte ich mir auch angewöhnen (wenigstens im Geiste), das ist wirklich wirklich hilfreich!

      Ich muss mir jetzt alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen - Deinen wundervollen Post und alle anderen...

      Viele liebe Grüße & alles Gute ins Chaos ;-)
      Catrin

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  3. "... nicht mehr wahllos zu nähen, sondern immer mit vorherigem kritischen Blick in den Kleiderschrank. Qualität statt Quantität..."
    Dieses Motto sollte ich mir ganz groß über meine Nähmaschine hängen. Klar, Nähen macht Spaß und das ist auch gut so, aber da passiert es mir einfach zu oft, dass ich schönen Stoff kaufe und dann irgendetwas draus nähe, um den Stoff "aufzubrauchen", anstatt mir vorher zu überlegen, was ich möchte und dann vielleicht erst den Stoff dazu zu suchen. Naja, immerhin: Gestern habe ich Stoff bestellt. Zuerst hatte ich recht bunte Stoffe in meinem Warenkorb, ich wollte schon fast den Einkauf beenden, dann bin ich noch mal in mich gegangen. Ich habe jetzt dezente Streifen und Uni-Stoff bestellt und bin im Nachhinein sehr glücklich mit meiner Wahl. Jetzt müssen nur noch die geplanten Projekte gelingen :-)
    Ich finde die Basics-Aktion auch sehr inspirierend, und es hat mir echt was gebracht, mal intensiv über das Thema nachzudenken.
    Auf deine weiteren Projekte bin ich wie immer gespannt!
    Alles Liebe,
    Steffi

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  4. Die Idee, Pläne für zu nähende Outfits zu machen, fand ich schon beim ersten Mal toll. Ich sehe die Kleidungsstücke schon vor mir (bzw. an Dir) und bin überzeugt, dass sie ganz wunderbar werden. Dein Post hatte mich damals dazu gebracht, über das Nähen mit System nachzudenken...
    Und apropos wunderbar - diese Tunika!! Ich habe sie gesehen und mich verliebt. In den Schnitt, den Stoff und das Foto. Stammt sie aus dem Design-it-yourself-Buch?

    Liebe Grüße,
    Mond

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  5. Liebe Sindy,
    der Gedanken an ein "Nähen mit System" lässt mich nicht mehr los, seit ich bei dir von dem SWAP gelesen und dann bei allen anderen nach den Nähplänen geschaut habe. Dass sich der Blick auf Kleidung und Stoff wirklich ändert, habe ich auch in den letzten Monaten festgestellt. Ich freue mich schon sehr auf die Ergebnisse deines Nähplans (und schmiede weiterhin Pläne, was ich denn gut Kombinierbares nähen könnte - vielleicht steige ich ja noch mit ein...)
    Liebe Grüße
    Elsa

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  6. Einfach nur bewunderswert, deine Nähenergie! Toll! Liebe Grüße,éva

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